Berufliches Gymnasium für Gesundheit startet am Stift-CappeI-Berufskolleg

Die Voraussetzungen klingen paradiesisch. Als einzige Schule im Kreis Soest startet das Stift-Cappel-Berufskolleg ein berufliches Gymnasium für Gesundheit. Zum Schuljahr 2014/15 soll der Bildungsgang beginnen. 22, maximal 32 Schüler, könne das berufliche Gymnasium aufnehmen, die dann nach drei Jahren ihre Allgemeine Hochschulreife mit dem Schwerpunkt Gesundheit erreichen. Darüber informierten jetzt unter anderem Schulleiterin Martina Schaub und Superintendent Dieter Tometten als Schulträger im Pressegespräch. Damit ist das Stift-Cappel-Berufskolleg nur eine von drei Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg, die diese Ausbildung anbietet. Entsprechend groß wird das Einzugsgebiet.

Der neue Bildungsgang sei ein vom Land Nordrhein-Westfalen getragener Schulversuch. Entstanden ist dieser aus dem Bedürfnis, dass es, bedingt durch den demographischen Wandel, „einen Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen gibt“, erläuterte Schulleiterin Martina Schaub das Projekt. Es sei eine „hohe qualifizierte Ausbildung“, versprach sie.

Nachbarländer machten bereits sehr gute Erfahrungen

Stift-CappeI-Berufskolleg beteiligt sich am Schulversuch

Die Schulzeit entspricht der dreijährigen gymnasialen Oberstufe mit den Fächern Biologie und Gesundheit als Leistungskursfächer sowie Deutsch, Englisch oder Religionslehre als drittes Abiturprüfungsfach und Gesellschaftslehre mit Geschichte, Psychologie oder Religonslehre als viertes Prüfungsfach. Zweieinhalb Planstellen würden für diese neue Schulform geschaffen, gab jetzt Schulleiterin Martina Schaub Einblickin die Planungen.

„Wir hoffen natürlich, dass die Schüler nach dieser speziellen Ausbildung einen Studiengang wählen, der etwas mit Gesundheit, Medizin und Pflege zu tun hat“, sagte Schaub. Letztlich bleibe es aber die Entscheidung der Schüler, welchen Berufsweg sie einschlagen. Mit dem Abitur würden ihnen jedenfalls alle beruflichen Möglichkeiten offen stehen.

Qualifizierte Ausbildung

Ideale Voraussetzung für die neue Schulform bringt das Stift-Cappel-Berufskolleg‚ das sich in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Soest und des St. Johannisstifts Paderborn befindet, mit seinem gesundheitlich-pflegerischen Ausbildungsprofil mit.

Praktika in der Schulausbildung

Das berufliche Gymnasium folgt letztlich auch der wirtschaftlichen Notwendigkeit, dass gerade Pflegeeinrichtungen qualifizierte und gut ausgeschulte Führungskräfte brauchen, ließ Schaub im Rahmen des Pressegesprächs wissen.

Man müsse davon ausgehen, dass irgendwann einmal Aufgaben der Medizin auf den Pflegebereich übertragen werden. Das mache eine fundierte schulische und akademische Ausbildung erforderlich.

„Wir können unseren Schülern hier einen optimalen Weg ebnen“, betonte deshalb die Schulleiterin und verwies darauf, dass Praktika in der gymnasialen Oberstufe eine wichtige Rolle spielen werden. Die Schule profitiere dabei sicherlich auch vom Stift-Cappel-Berufskolleg, das mit über 70 Institutionen aus den Bereichen Soziales und Gesundheit kooperiert.

Gute Erfahrungen hat mit diesem Schultyp übrigens auch schon das NRW Nachbarland Hessen gesammelt.

Quelle

Wochentip
26. juni 2013
Text und Foto: Matthias Heidebauer
https://www.wochentip.de/

Berufliches Gymnasium – Wochentip 26062013